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  • Thomas Bergmann

Sie ist gekommen, um zu bleiben!

Aktualisiert: 4. Dez 2018


Was bringt die Blockchain-Technologie der Schweiz?

Wie die aufkommende Blockchain-Technologie das Verhalten von uns Verbrauchern, Regierung und Wirtschaft in der Schweiz möglicherweise verändert.


Muss man das ernst nehmen?


Im Sommer 2017 hat das Blockchain-Start-up-Unternehmen Cofound.it in nur 48 Stunden insgesamt 12,5 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Zyniker glauben, dass der Wert von Blockchain stark überbewertet wird. Aber lohnt es sich, diese Technologie zu verfolgen? Die kurze Antwort ist Ja.


Don und Alex Tapscott, Autoren von Die Blockchain-Revolution, definieren Blockchain als ein «unbestechliches» Register, das so programmiert werden kann, dass es nicht nur finanzielle Transaktionen, sondern praktisch alles, was von Wert ist, aufzeichnet. In der Blockchain kann jedes wichtige Dokument gespeichert werden: Krankenakten, Steuerbelege, Geburts- und Heiratsurkunden, Urkunden von Universitäten wie dein Diplom von der HSO und vieles mehr.


Obwohl Blockchain hauptsächlich zur Überprüfung von Transaktionen verwendet wurde, sind die Möglichkeiten praktisch unbegrenzt. Du kannst theoretisch alle Dokumente, Daten und Dateien in Blockchain einfügen und hast einen unlöschbaren Datensatz, der nicht geändert werden kann. Während viele Anwendungen für diese Technologie noch nicht definiert sind, sollten sich Organisationen und einzelne Benutzer in der Schweiz über ihr Potenzial freuen. Betrachten wir es als die grundlegenden Bausteine, die benötigt werden, um echte digitale Assets zu erstellen. Bereits jetzt werden Schweizer Unternehmen in Projekten mit uns von DIGIRATIS damit vertraut gemacht, wie sie den Endnutzern einen effektiven Weg bieten können, das Betrugspotenzial zu minimieren, sicher zu archivieren und Transaktionen zu beschleunigen – ohne jede Zwischenstelle wie eine Bank.



Blockchain ist so viel mehr als nur Bitcoin

Mehr als nur Bitcoin


Viele glauben, dass Blockchain in erster Linie einen Kanal für Transaktionen mit Kryptowährung wie Bitcoin bietet. Da ist ein Funken Wahrheit drin, da seine Wurzeln darin lagen, Bitcoin zu managen. Und die Bedeutung von Kryptowährungen in der digitalen Welt sollte nicht vernachlässigt werden. Die Schweiz hat sich in den letzten drei Jahren zum führenden Standort für Blockchain- und Cryptofinance-Technologie entwickelt. Im Crypto Valley zwischen Zug und Zürich, aber auch in anderen Teilen der Schweiz haben sich bereits über 350 Firmen aus dieser Branche niedergelassen, wie schon der Tages-Anzeiger im April 2018 berichtet. Gemäss bitConsult kannst du aktuell in über 250 Geschäften in der Schweiz mit Bitcoin bezahlen. Aber Blockchain ist so viel mehr als das.


Blockchain und die digitale Demokratie


Es ist die grundlegende Sicherheit, die beispielsweise die Regierung in Dubai dafür aufbringt, dass bis 2020 alle ihre Dokumente auf Blockchain gespeichert werden. Für Afrika wird der Einfluss von Blockchain auf den öffentlichen Sektor erheblich sein. Stelle dir eine Welt vor, in der alle Lieferketten, Gesundheitsakten, Bürgerausweise, Abstimmungsaufzeichnungen, Steuerinformationen, Sozialleistungen usw. vollständig verifizierbar, verfolgbar und sicher sind.



Zukünftige Stimmzettel auf Blockchain-Technologie?

Zum einen bietet die Technologie Regierungen ein leistungsfähiges Werkzeug für die Beschaffung. Da die darauf gespeicherten Informationen nachvollziehbar und nicht editierbar sind, bietet Blockchain eine transparente und sichere Möglichkeit zur Verwaltung von Ausschreibungsprozessen. Zum anderen kann es wegweisend für die digitale Demokratie sein: Die Schweizer Regierung will die Technologie in den kommenden Jahren bei öffentlichen Abstimmungen einsetzen und erprobt dies in Zug. «Der dezentrale Charakter von Blockchain bedeutet, dass es kein zentrales Einfallstor für Hacker gibt, um Wahlergebnisse zu manipulieren», so die Zuger Behörden bei der Vorstellung des Projekts. Das System verspricht auch, die Anonymität der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger besser zu wahren. Denn es gebe Nutzern die vollständige Kontrolle über ihre Stimmdaten. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, die eigene Spur zu löschen, die man mit der Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen hinterlässt. Dabei bleibe aber, so die Experten, das Gesamtergebnis erhalten.


Die Schweizer Regierung wird also nicht nur effizienter sein, die Bürger werden auch Zugang zu stärker integrierten Diensten haben.


Blockchain und die Zukunft


Einer der wichtigsten Vorteile für Schweizer Firmen in diesen Zeiten ist wohl, wie Blockchain die Kosten senken kann. Da Firmen direkt mit Kunden umgehen können, können sie die Zahl der an Transaktionen und Lieferungen von Waren und Dienstleistungen beteiligten Dritten reduzieren. In der Tat kann jede Branche, die sich mit papierbasierten Systemen und Prozessen beschäftigt, durch die Lösungen auf Blockchain viel Zeit und Kosten sparen.

Aber bleiben wir realisitisch: Erst wenige Blockchain-Vorhaben haben es über die Prototyp-Phase hinaus in die echte Welt geschafft. Eine Vielzahl von Blockchain-Projekten planen noch für dieses Jahr den Rollout – so auch das Schweizer Start-up Modum mit seiner Idee, den anspruchsvollen Transport sensibler Pharmaprodukte per Blockchain zu steuern, oder Procivis aus Zürich, die eine elektronische Identitäts- und persönliche Datenmanagement-Plattform auf Basis der Blockchain entwickelt. Das laufende Jahr wird von der Crypto-Szene wie auch den Skeptikern entsprechend voller Spannung beobachtet.


Trotz aller Skepsis: In einer immer mehr digital zentrierten Schweiz sieht es so aus, als wäre die Blockchain-Technologie gekommen, um zu bleiben.


Keep calm and let's get digital. Euer Thomas Bergmann

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